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Mannschaftskasse & Steuern: Alles, was Ihr wissen müsst

Steuerpflicht, Regeln, Risiken – verständlich und sportlich erklärt
Katharina
Katharina Online-Redakteurin

Veröffentlicht am 24.02.2025
Aktualisiert am 25.11.2025

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Die Mannschaftskasse gehört in fast jedem Verein zum Alltag: ein kleiner finanzieller Topf, aus dem Ihr Ausflüge, Teamevents, Getränke oder kleinere Anschaffungen bezahlt. Aber sobald es um Steuern geht, endet die Gelassenheit häufig abrupt: Muss man die Mannschaftskasse beim Finanzamt melden? Wird sie steuerpflichtig, wenn Sponsoren einzahlen? Und wer haftet eigentlich, wenn etwas schiefgeht?

Die gute Nachricht zuerst: In den meisten Fällen bleibt die Mannschaftskasse steuerfrei. Aber es gibt klare Ausnahmen, die Du als Trainer:in, Kassenwart oder Mannschaftsverantwortliche:r kennen solltest.

In diesem Artikel findest Du alles, was Du zum Thema „Mannschaftskasse und Steuern" wissen musst – übersichtlich, verständlich und mit realen Beispielen aus dem Vereinsalltag.

1. Grundsätzliches: Ist eine Mannschaftskasse steuerpflichtig?

Eine Mannschaftskasse ist steuerlich gesehen kein eigenes Unternehmen und auch keine juristische Person. Sie ist lediglich ein interner Geldtopf des Teams. Solange das Geld ausschließlich von Teammitgliedern stammt und auch nur für das Team ausgegeben wird, bleibt die Mannschaftskasse steuerlich unproblematisch.

Steuerlich relevant wird sie erst, wenn:

• Einnahmen von außen erfolgen (Sponsoren, Firmen, Zuschauer:innen).

• Einnahmen regelmäßig und gewinnerzielend sind.

• Produkte verkauft werden (Fanartikel, Tombola, Kuchenverkauf).

In diesen Fällen entsteht die Frage: wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb oder nicht? Und genau dort beginnt die steuerliche Grauzone.

2. Sponsoring & externe Gelder: Wann greift das Finanzamt?

Sponsoringgelder sind der steuerlich heikelste Punkt. Wenn ein Unternehmen dem Team Geld gibt und dafür eine Gegenleistung erhält – etwa Werbung, Social-Media-Posts oder ein Logo auf dem Trikot – gilt das aus Sicht des Finanzamts als wirtschaftliche Tätigkeit.

Das bedeutet:

• Der Verein (nicht das Team!) muss diese Einnahmen versteuern, falls Freibeträge überschritten werden.

• Die Mannschaftskasse darf solche Einnahmen nicht privat verwalten.

Empfehlung:

Sponsoring immer über den Hauptverein laufen lassen. Die Mannschaft erhält das Geld anschließend als Budget zugeteilt.

Das schützt Euch vor Haftungsrisiken und vermeidet steuerliche Probleme.

3. Einnahmen aus Aktionen: Kuchenstand, Tombola & Fanshop

Viele Mannschaften sammeln Geld durch kleinere Aktionen: Kuchenverkauf, Waffelstand, Turnier-Tombola oder Fan-Artikel.

Steuerlich gelten diese Einnahmen als „Zweckbetrieb“ — aber nur dann, wenn:

• die Aktionen gelegentlich stattfinden,

• der Erlös ausschließlich für das Team verwendet wird,

• kein dauerhaftes Gewinnstreben erkennbar ist.

Eine einmalige Tombola pro Jahr ist also unproblematisch. Ein wöchentlicher Kuchenverkauf kann dagegen als wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb eingestuft werden.

Praxisregel:

2–3 Aktionen pro Jahr sind unkritisch. Alles darüber hinaus sollte über den Verein organisiert werden.

4. Haftung & Verantwortung: Wer haftet bei der Mannschaftskasse?

Die Mannschaftskasse ist kein anonymes Gebilde – verantwortlich ist immer eine konkrete Person. In der Regel ist das der Kassenwart oder eine bestimmte Spieler:in, die das Geld verwaltet.

Rechtlich bedeutet das:

• Diese Person haftet im Zweifel für Fehler.

• Wenn Gelder falsch verwendet oder nicht korrekt dokumentiert werden, kann das Finanzamt die verantwortliche Person in die Pflicht nehmen.

• Der Verein kann ebenfalls haftbar werden, wenn Gelder offiziell zugeordnet sind.

Deshalb sind Transparenz und Dokumentation nicht nur sinnvoll, sondern notwendig:

• Einnahmen und Ausgaben immer notieren.

• Bei externen Geldern: Verein einbinden.

• Keine privaten Konten nutzen.

5. So bleibt Eure Mannschaftskasse steuerlich sauber

Die beste Steuerstrategie ist oft die einfachste: klare Regeln, saubere Dokumentation und die Grenze zwischen „Teamtopf“ und „Verein“ beachten.

Die wichtigsten Best Practices:

• Teamkasse nur für interne, teambezogene Ausgaben nutzen.

• Keine externen Gelder direkt annehmen – immer über den Verein.

• Aktionen dokumentieren (Datum, Zweck, Einnahmen, Ausgaben).

• Keine Spendenquittungen selbst ausstellen.

• Einnahmen nie privat verwalten.

• Bei Unsicherheiten: kurzes Gespräch mit dem Verein oder einem Steuerberater (z. B. LSB, DFB, DTB haben oft Merkblätter).

Eine gute Orientierung bietet der Anwendungserlass zur Abgabenordnung (AEAO) sowie die Hinweise zur Gemeinnützigkeit des Bundesfinanzministeriums.

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Fazit

Steuern und Mannschaftskasse – das klingt zunächst kompliziert, ist aber in der Praxis gut handhabbar. In den meisten Fällen bleibt Eure Teamkasse komplett steuerfrei, solange alle Gelder intern stammen und Ihr keine gewinnorientierten Aktionen durchführt.

Wichtig ist, dass externe Einnahmen wie Sponsoring, Verkaufsaktionen oder regelmäßige Events immer über den Verein laufen. Das schützt Euch vor Haftungsrisiken und sorgt für eine saubere steuerliche Behandlung.

Mit ein wenig Organisation, Transparenz und klaren Regeln bleibt Eure Mannschaftskasse sicher, unkompliziert und voll einsatzbereit – damit Ihr Euch auf das konzentrieren könnt, was wirklich zählt: Sport, Teamgeist und gemeinsame Erfolge.